1760 27. Oktober Geburt August Wilhelm Anton Neidhardt in Schilda (Schildau) bei Torgau während des 7-jährigen Krieges / Taufregister Nr. 25

Vater:
August Wilhelm Neidhardt, sächsischer Artillerieleutnant in der Reichsarmee

Mutter:
Maria Eva Dorothea geb. Müller aus Würzburg, Tochter eines wohlhabenden Artillerieoberstleutnants, Ingenieurs und Baumeister

Kinderjahre in Schildau bis 1769 / freudlose Kindheit.
Großvater schickte ihn auf eine Jesuitenschule
1777 1. Oktober Immatrikulation an der Erfurter Universität stud. phil.
1778 1. Dezember Neidhardt tritt als Kadett in österreichische Dienste im Husarenregiment Wurmser
1780 Kadett in der Zwergfürstenarmee des Markgrafen Karl Alexander von Ansbach Bayreuth in einem Jägerbataillon (siehe links).

Er nannte sich von nun an Neidhardt von Gneisenau (Gneisenau war ein Schloß der Neidhardt´s bei Eferding in Österreich)
1782 3. März Beförderung zum Leutnant
1782/1783   Nahm an der Seite Englands am amerikanischen Unabhängigkeitskrieg teil, aber an keinen Kampfhandlungen
1786 8. Februar Eintritt in die preußische Armee bei der Königlichen Suite, einem Vorläufer des Generalstabes
31. Juli Versetzung nach Schlesien (Freiregiment zu Löwenberg) und Beförderung zum Premierleutnant (Oberleutnant)
1790 25. Juni Beförderung zum Stabskapitän (Rang zwischen Oberleutnant und Hauptmann / politische und militärische Studien)
1793   Im Füsilier-Bataillon Nr. 15 Teilnahme an den polnischen Teilungen, kommt nicht in das Feuer des Krieges, da über Nacht Frieden ist
1795 17. November Beförderung zum Hauptmann und Einsatz als Kompaniechef im Füsilier-Bataillon Rabenau in Jauer (Schlesien)
1796 17. Oktober Gneisenau heiratet Caroline von Kottwitz. Er versuchte auch sein Denken und Fühlen in Gedichten auszudrücken, wie z.B. Poem "Auf Lessings Tod" 1781 oder "Ludwigs XVI. Absetzung" 1792
1798 24. Mai Geburt seines Sohnes August Hippolyth (Königl. Major a.D.)
1800 24. April Geburt seiner Tochter Agnes Cunigunde Antoinette (verehelichte Scharnhorst)
1802 10. Oktober Geburt seiner Tochter Ernestine Ottilie Wilhelmine Auguste
1804 10. August Geburt seines Sohnes Hugo (Königl. Major a.D., Majoratsherr von Sommerschenburg)
1805 3. Dezember Geburt seiner Tochter Hedwig Marie (verheiratete von Brühl)
1806 10. Oktober Teilnahme am Gefecht bei Saalfeld und der Doppelschlacht bei Jena und Auerstedt (14. Oktober), Gneisenau wird verwundet.
16. Dezember Beförderung zum Major
28. Dezember Geburt seiner Tochter Emilie Albertine Loide (verehelichte von Hohenthal)
1807 10. April Kommandant der Festung Kolberg, Verteidigung der Stadt und Festung bis zum 2. Juli 1807, in enger Zusammenarbeit mit Bürgermeister Nettelbeck
9. Juli Frieden von Tilsit
25. Juli Berufung in die Militär-Reorganisationskommission, Vorsitz: Scharnhorst (siehe links). Sie förderten die Errichtung einer Kriegsschule. Gneisenau drang auf die Abschaffung ständischer Vorrechte in der Armee, die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht (Landwehr/Landsturm) und die Humanisierung des militärischen Dienstes / Abschaffung der Prügelstrafe und des Spießrutenlaufens. Gneisenau verfaßte zu diesem Thema zahlreiche Denkschriften, die König Friedrich Wilhelm III. oftmals als "Poesie" abtat.
17. August Auszeichnung mit dem Orden "Pour le Merite"
26. August Beförderung zum Oberstleutnant
1808 20. April Berufung zum Inspekteur aller Festungen
1. September Berufung zum Chef des Ingenieurkorps
1809 1. März Gneisenau wird Mitglied des Artillerie- und Ingenieurdepartments im Kriegsministerium
10. März Beförderung zum Oberst
1. Juli Gneisenau nimmt "für die Dauer des Friedens" seinen Abschied
August Reise im inoffiziellen Auftrag nach England. Sie wurde ein Mißerfolg. England dachte nicht daran, einen norddeutschen Volksaufstand gegen die napoleonischen Okkupanten tatkräftig zu unterstützen
1810 Juli Rückkehr aus England, hielt sich illegal in Berlin auf, es wimmelte von Spionen Napoleons in Preußen
Dezember Gneisenau trifft erneut in Berlin ein, nach seinen Reisen nach Schweden, Finnland und Petersburg, ohne Erfolge und Ergebnisse verzeichnen zu können
1811 3. März Geburt seines Sohnes Ernst Friedrich Bruno Alexander (Generalleutnant und Kommandant der Festung Magdeburg; Gouverneur der Festung Ulm; General der Infanterie)
10. Juli Berufung in den Staatsrat
8. August "Plan zur Vorbereitung eines Volksaufstandes"
1812 24. Februar Preußen schließt mit Frankreich ein Bündnis
20. März Kabinettsorder an Gneisenau, Entfernung als Staatsrat und der Armee - somit verließ Gneisenau Preußen ein weiteres Mal
März Reisen in diplomatischer Mission - Österreich zu Erzherzog Karl
1813 Januar Rußland - Treffen mit Zar Alexander I.; weiter nach Riga, Schweden und England
11. März Nach der Konvention von Tauroggen (30.12.1812) kehrte Gneisenau über Kolberg nach Breslau an den preußischen Hof zurück.
Beförderung zum Generalmajor und Einsatz als zweiter Generalquartiermeister in der schlesischen Armee unter Blücher
1. Mai Schlacht bei Großgörschen
8. Juni Generalgouverneur in Schlesien
21. Juni Ernennung zum Generalquartiermeister der Armee
26. Juni Tod Scharnhorsts, Gneisenau wird Blüchers Generalstabschef
31. August Auszeichnung mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse
16. Oktober Völkerschlacht bei Leipzig (die Armee Blüchers zieht als erste Armee in das von napoleonischen Truppen besetzte Leipzig ein)
8. Dezember Beförderung zum Generalleutnant
1814 3. Juni Erhebung in den Grafenstand
11. November Schenkung des Königs Gut und Schloß Sommerschenburg (Bördekreis)
1815 18. Juni Schlacht bei Waterloo (Belle-Alliance) - Napoleons einst so stolze Große Armee wird von den preußischen Truppen unter Gneisenau endgültig geschlagen (Blücher war erkrankt). Gneisenau gilt bis heute als der eigentliche Sieger über Napoleon
28. Juni Auszeichnung mit dem höchsten preußischen Orden, dem Schwarzen-Adler-Orden
10. Juli Beförderung zum General der Infanterie
Dezember Übernahme des Generalkommandos am Rhein mit Sitz in Koblenz
1816 20. Mai Nahm aus gesundheitlichen und politischen Gründen seinen Abschied und zog sich auf sein Gut in Erdmannsdorf in Schlesien zurück
1817   Berufung in den neu errichteten Staatsrat
1818 9. September Ernennung zum Gouverneur von Berlin
1825   Vorsitzender der Ober-Militär-Examinations-Kommission
18. Juni Ernennung zum General-Feldmarschall
1831 6. März Oberbefehlshaber über die vier östlichen preußischen Armeekorps (1., 2., 5. und 6. AK) in Posen
23. August Als Oberbefehlshaber des östlichen Armeekorps starb Gneisenau in Posen an der Cholera